Die Musik besitzt in der Capoeira eine zentrale, nahezu existentielle Bedeutung. Das Zusammenspiel der Instrumente bildet die Grundlage des Geschehens im Capoeira-Kreis (Roda) und wird durch den Gesang ergänzt. Ein Vorsänger stimmt die Lieder an, während der Kreis mit Refrains antwortet.
Die Inhalte der Lieder sind vielfältig: Häufig werden die allgemeine oder persönliche Geschichte der Capoeira besungen, Geschichten aus dem Leben erzählt oder um Schutz gebeten. Manche Lieder fordern zu einem kämpferischen oder ruhigen Spiel auf, denn der Text steht stets in enger Verbindung zum Geschehen in der Roda – er kommentiert, beeinflusst und lenkt das Spiel. Neben zahlreichen traditionellen Liedern entstehen täglich neue Kompositionen.
Weitere musikalische Ausdrucksformen, die eng mit der Capoeira verbunden sind, sind die Musik des Maculelê (Tanz mit Macheten), des Samba de Roda sowie der Puxada de Rede, dem Tanz der Fischer beim Einholen der Netze.
Die musikalischen Grundlagen werden in separaten Musiktrainings vermittelt, die in den regulären Trainingsalltag integriert sind. In unserer Gruppe besteht die musikalische Begleitung aus dem Zusammenspiel von drei Berimbaus (Musikbögen) – Gunga, Médio und Viola –, einer Atabaque (Trommel), zwei Pandeiros (Tamburine) und einem Agogô (Glockeninstrument). Alle weiteren Capoeiristas beteiligen sich durch rhythmisches Händeklatschen.